Flora und Fauna auf der schönen Insel Mallorca im Mittelmeer
Zarte rosaweiße Mandelblüten, die roten Beeren immergrüner Gewächse, Meere von Wildblumen im Frühling und exotische Küstenpflanzen machen Mallorca zu einem Pflanzenparadies. Auf den Balearen gibt es 100 einheimische Pflanzenarten und noch jede Menge andere.
Auf den Gipfeln der Serra de Tramuntana lässt sich die Bergvegetation weder von der sengenden Sonne noch vom rauen Wind kleinkriegen. Diese Pflanzen wuchern dicht am Boden oder direkt auf den Klippen. Die üppige Scabiosa cretica mit ihren exotischen lilafarbenen Blüten klammert sich in Felsspalten fest, damit ihre Wurzeln es kühl und feucht haben.
Die Felshänge und Ebenen der Insel waren früher mit Eichenwäldern bedeckt. Irgendwann wurden viele davon niedergebrannt bzw. abgeholzt, um Feldern und Äckern Platz zu machen. Heute gedeiht hier typische Buschlandflora, die mit wenig Wasser auskommt: immergrüne Gewächse wie wilde Ölbäume und Zwergfächerpalmen, Rosmarin, Thymian und Lavendel. Auch Heidekraut, Ginster, Feigenkakteen (aus denen Marmelade gemacht wird) und 60 Orchideenarten sprießen hier.
Wo die Eichenwälder überlebt haben, wachsen außer Steineichen und Kermeseichen kleinere, unauffälligere Pflanzen wie Veilchen, Erika und Ginster. Am interessantesten für Botaniker sind gefährdete einheimische Pflanzen wie der Balearen-Buchsbaum (Buxux balearica) und die Europäische Eibe (Taxus baccata) – dieser immergrüne Nadelbaum kann mehrere 100 Jahre alt werden. Ein Exemplar in Esporles hat angeblich über 2000 Jahre auf dem Buckel.
Farne, die es feucht mögen, wachsen gern in der Nähe von Höhlen, Schluchten und Flüssen; auf Mallorca gedeihen über 40 Arten. Außerdem sind Mönchspfeffer (eine anerkannte Heilpflanze), Oleander und wuchernde Brombeersträucher auf der Insel zu Hause. Zu den endemischen, also nur hier vorkommenden Pflanzen gehört auch die hübsche Paeonia cambesse-desi, eine rosa Pfingstrose, die im Schatten einiger Schluchten der Serra de Tramuntana blüht. Ebenfalls original mallorquinisch ist die kleeartige Naufraga balearica, die an den schattigen Hängen der Tramuntana zu finden ist. In anderen feuchten Gegenden bilden importierte Bäume wie Pappeln, Ulmen und Eschen kleine Wälder.
An der Küste plagen sich die Pflanzen mit der ständigen Gischt, Salzablagerungen und heftigem Wind. Eine sehr beliebte Küstenpflanze ist der dickblättrige Meerfenchel (fonoll mari). Seeleute aßen diese Vitamin-C-Bombe vorbeugend gegen Skorbut. Häufig sind außerdem die stachligen Kissen der Launaea cervicornis und der Seneao rodriguezi – seinen rötlichen, kleinen Blüten verdankt er den Spitznamen margalideta de la mär (kleines Meeresgänseblümchen).
In den Feuchtgebieten, Sümpfen und Dünen von Mallorca gedeihen zahlreiche Arten von Süßwasserpflanzen. Entengrütze ist sehr verbreitet, oft zusammen mit Binsen, Wasserschwertlilien, Riedgras und Minze. Für Pflanzen, die im Sand wachsen, sind weiße oder blassgrüne Blätter typisch. Mit üppigem Wurzelgeflecht krallen sie sich im sandigen Boden fest.
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