Die Gemeinde Sant Joan hat eine Fläche von 38,5 km2 und 1847 Einwohner (im Jahr 2008). Sie grenzt an die Gemeinden Montuiri, Sineu, Lloret de Vistalegre, Vilafranca de Bonany, Petra und Porreres.
Der Ortsname geht auf den Schutzpatron der ihm geweihten Kirche Sant Joan Baptista zurück, die bereits 1249 als Sant Joan de Sineu belegt ist. Sie wurde auch mit den Eigentümern von Sa Bastida in Verbindung gebracht, die den Familiennamen Sant Joan tragen.
In Sant Joan sind 42 archäologische Fundstätten verzeichnet, die meisten befinden sich jedoch in sehr schlechtem Zustand. Aus der vortalayotischen Zeit stammen die Höhlen La Bastida, Camp Rafal, Eis Calderers, die kleine Höhle Coveta del Camp Vell etc. Aus der Talayot-Epoche sind die Nekropolen Carrutxa und Son Gil hervorzuheben sowie die Wassersysteme Pou Vell in La Bastida und La Baronia etc. Aus römischer Zeit stammen Keramikfunde aus Son Munar, El Pujol, El Turo de Pinyella und El Puig de Sant Onofre.
Zur Zeit der Mauren lag Sant Joan im südlichen Teil des Distrikts Jijnau-Bitra. Es gab jedoch keinen Ort als solchen, sondern die Bewohner lebten verstreut auf Gehöften und Weilern wie zum Beispiel Alhamar, Carrutxa, Binifarda, Les Algorfes und Maham. Es gibt Funde von arabischer Keramik auf dem Anbaugebiet Son Barö sowie Turo de Pinyella, La Bastida, El Pujol und Son Gual.
Nach der katalanischen Eroberung wurde 1230 das Gehöft Alhamar zum Zentrum, um das sich die Ortschaft bildete. Kurz darauf wurde die erste Kirche Sant Joan auf dem Puig de Consolado erbaut, die der Pfarrei Santa Maria von Sineu unterstand. Im Jahr 1298 schuf Bischof Ponc. de Jardi die eigenständige Pfarrei Sant Joan, die von der Pfarrei Santa Maria von Sineu getrennt wurde.
In der ersten Hälfte des 19. Jh. häuften sich die Dürreperioden, die der Landwirtschaft großen Schaden zufügten. 1850 schaffte die Gemeindeverwaltung durch Erschließung neuer und Vertiefung bestehender Brunnen Abhilfe.
Im Jahr 1870 ließ sich in Sant Joan die Ordensgesellschaft der Barmherzigen Schwestern St. Vinzenz von Paul nieder.
Bis zur Mitte des 20. Jh. waren Ackerbau und Viehzucht die hauptsächliche Erwerbstätigkeit. Gegen Ende des 20. Jh. waren es vor allem das Handwerksgewerbe wie das Bauwesen und die damit in Verbindung stehenden Handwerker wie Schreiber, Klempner, Elektriker etc.
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